Donnerstag 01. September 2016 | DOPPELKONZERT | 20:00 h
Doppelschloss Harkotten l Sassenberg-Füchtorf

Teil 1 (im Wappensaal)
Vierfagöttlich
LEITZINGER BASSOON QUARTET

Vierfagöttlich ist irgendwie göttlich. Und wann sonst hört und sieht man solch ein Doppelrohr-Bläserquartett!

Fagottverrückt, holen die vier Leitzinger Bassoonisten schon als Solofagottisten ihrer Orchester – Petersen beim Gewandhausorchester Leipzig, Schulz ist dort Akademist, Naumov bei der Musikalischen Komödie an der Oper Leipzig, Ventulett war im Frankfurter Opern- und Museumsorchester – alles aus ihren Fagotten raus. Noch doller aber treiben sie’s zu viert, wenn sie groß besetzte Stücke der Klassik für sich arrangieren (lassen) oder zeitgenössische Stücke adaptieren.

Im Fagottquartett hat wie im Streichquartett jede einzelne Stimme Soloqualität, und jeder spielt, so dass man keine Lage vermisst, den Charakter seines Lieblingsinstruments voll aus: den unvergleichlichen reed-sound der beiden Blätter, kantable, geschmeidig-schmeichelnde Höhen oder ein sonores Grunzen in der Tiefe, das noch heimeliger wird im Kontrafagott eine Oktave darunter.

Geheimnisvoll-mysteriöse Flächen aus Klang lässt das Quartett auf seinen Leitzingers entstehen und lange Melodielinien in der Jugendsinfonie, die Mendelssohn für die Sonntagskonzerte in seinem Elternhaus schrieb. Genussvoll schwelgen die Vier im impressionistischen Schönklang der getragenen Pavane, die eine spanische Infantin in unserer Phantasie tanzt, nachdem sie mit Verve und Witz, Effekt und Effet ‚das kleine Schwarze‘ von Mellits performten, das aus dem Rock und der Minimal Music kommt. Zum Schluss zwei populäre slawische Tänze Dvoráks, die, wenn die fagöttlichen Leitzingers sie spielen, so feurig und pfeffrig klingen wie ihre Namen: Furiant und Odzemek.

LEITZINGER BASSON QUARTET
Teodor Naumov, David Petersen, Karl Ventulett, Dominik Schulz Fagott



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20 €, 15 € erm.
Sie besuchen zunächst das Konzert in der Kapelle,
anschließend das Konzert
im Wappensaal

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20 €, 15 € erm.
Sie besuchen zunächst das Konzert im Wappensaal,
anschließend das Konzert
in der Kapelle
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Adresse
Herrenhaus Harkotten-von Korff
Harkotten 2
48336 Sassenberg
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PROGRAMM
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Sinfonia Nr. 7 d-Moll, MWV N 7,
arr. D. Schulz
Marc Mellits (*1966): Black
Maurice Ravel (1878–1937): Pavane pour une infante défunte, arr. Guy du Chevron
Antonín Dvorák (1841–1904): Slawischer Tanz Nr. 8 op. 46, arr. Detlef Reikow – Slawischer Tanz Nr. 9 op. 72, arr. D. Schulz

 

Teil 2 (in der Kapelle)
Barock und Bachiana
PIOTR LATO Klarinette
TOMASZ ZAWIERUCHA Gitarre

Klangzauber und bezaubernde Rhythmen, entzückend nahe und fremde Melodien über vielschichtigen Harmonien, mit spannendem Kontrapunkt – auf Barock, Latino-Barock und -Französisch, zum vifen Schluss musique ganz à la française: Frisch und spontan, als wären sie originär für sie geschrieben, wirken die Adaptionen Lato/Zawieruchas für Klarinette und Gitarre.

Piotr Lato, vielfach ausgezeichnet, unterrichtet an der Musikakademie Krakau. In Polen ist er als Kammermusiker und Solist, er tritt mit führenden Orchestern auf, umjubelt. Tomasz Zawierucha, Preisträger großer Wettbewerbe, in Europa und Asien gefragt, ist Professor an der Folkwang Universität der Künste in Essen und Visiting Artist des Royal Conservatoire of Scotland in Glasgow.

Macht die Klarinette Vivaldis und Mancinis Blockflötensonaten schon ein wenig ‚größer‘, so bietet Zawierucha auch ein charmantes Plus. Denn er spielt den Continuo auf dem Nachbau einer Stradivari. Ja, der größte Geigenbauer hat auch Gitarren gemacht! Fünf gibt es noch, nur die „Sabionari“ (1679) ist heute noch spielbar. Nach ihr ist Zawieruchas Instrument gebaut.
Nach Bach dann „Bachiana“: Bach brasilianisiert. Villa Lobos verbindet die Melodien seiner Heimat mit Bachschen Formen zum Ausdruck der saudade, jener Wehmut, die Unglück und Sehnsucht und irgendwie schön ist und die weiß, dass das Geliebte auf immer verloren bleibt. Einem langsamen Tanz aus Kuba, Havanna, verdankt sich Ravels atmosphärisch dichte Habanera, und „Corcovado“ aus den „Saudades“ Milhauds erinnert mit brasilianischen Rhythmen an das Wahrzeichen Rio de Janeiros, den Berg, von dem aus die monumentale Christus-Erlöser-Statue auf den Zuckerhut schaut. Nach Poulencscher Einfachheit und heitrer Ironie ein kleines Abenteuer am Ende als so genannter Zwischenakt: eine launige Caprice, farbig, stürmisch drängend, nahezu atemberaubend.

PROGRAMM
Antonio Vivaldi (1678–1741): Sonate F-Dur RV 52
Francesco Mancini (1672–1737): Sonata IV in a-Moll
Johann Seb. Bach (1685–1750): Siciliano aus dem BWV 1031
Heitor Villa Lobos (1887–1959): Bachianas Brasileiras Nr. 5
Maurice Ravel (1875–1937): Pièce en forme de Habanera
Darius Milhaud (1892–1974): aus: Saudades do Brasil op. 67
Francis Poulenc (1899–1963): Trois mouvements perpétuels
Jacques Ibert (1890–1962): Entr’acte


In Kooperation mit den Freunden und Förderern des Denkmals Harkotten e.V.
www.harkotten.de

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