© Foto: Saad Hamza

Sonntag 04. September 2016 | 19:00 h
Schloss Westerwinkel l Ascheberg-Herbern

L’Essence des vents
ENSEMBLE CORRÉLATIF


MEin Quartett von Holzbläsern hat, anders als ein Quintett, noch immer Seltenheitswert. Und sein Auftritt ist umso spannender, wenn es verspricht, die Essenz der Musik für Blasinstrumente zu präsentieren: den Atem – seinen Wechsel von Ein und Aus in Zäsur und Phrasierung; das scheinbare Aussetzen des Luftholens in der Zirkularatmung, die den ‚ewigen Ton‘ ermöglicht; seinen ganz eigentümlichen Klang, wenn die vents oder winds über ein Anblasloch oder Rohrblatt eine Luftröhre zum Schwingen bringen in einem Korpus aus Holz oder Metall.

Durch seine Musikalität und hohe Klangkultur, seinen Charme und seine Spielfreude hat sich das junge Ensemble Corrélatif hervorgetan und den 1. Preis mit Auszeichnung beim internationalen Wettbewerb in Ostuni gewonnen. Auf dem Programm hat es Stücke, die entweder original für die seltene Besetzung geschrieben oder für sie arrangiert sind, um neu gehört und vielleicht sogar noch schöner zu werden. So hätte Mozart das ungeliebte Auftragswerk KV 594 – er brauchte dringendst Haushaltsgeld – in der Bearbeitung für Holzbläserquartett gewiss geliebt. Er hatte es für die mechanische Orgel, eine Flötenuhr, in einem Wiener Wachsfigurenkabinett schreiben müssen, deren Orgelwerk „aus lauter kleinen Pfeifchen, welche hoch und mir zu kindisch lauten“ (Mozart), bestand. Obwohl Mozart erwirkte, dass die hohen durch tiefere Pfeifen ersetzt wurden, ist nicht klar, ob sein Stück dort jemals erklang. Die schnell populäre Fassung für Klavier zu vier Händen wurde für Holzbläserquartett arrangiert und ist heute ein Repertoirestück für diese Besetzung.
Auch die Bearbeitung der Mährischen Tänze scheint Janáceks Kompositionsideal der „Sprachmelodie“, nach dem er Volkslieder, die Sprache seiner Heimat und die Laute der Natur in Musik umsetzen wollte, näher zu kommen als das ursprüngliche Klavierstück, geben doch die Holzbläser den Volkstänzen ein bäuerlich-folkloristisches Kolorit zurück. Schließlich die Vielfarbigkeit des Jazz, die Seiber so faszinierte – er gründete 1928 die erste Jazzklasse am Frankfurter Konservatorium (die Nazis schlossen sie) –, kommt in den Easy Dances auf vier verschiedenen Holzblasinstrumenten noch besser heraus als auf dem Klavier.
Ein originäres Gefühl für den Bläserklang zeigen Lauben, Bozza und Bitsch. Ihre Originalkompositionen bestechen durch fließende Melodik, pikante klangliche Kontraste. Ihre Tonmalerei inspiriert zu weiten inneren Bildern und abenteuerlichen Flügen.

ENSEMBLE CORRÉLATIF
Christian Strube Flöte
Marion Klotz Oboe
Matthias Beltz Klarinette
Anne Weber-Krüger Fagott


Über den Spielort »
 
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15 €, 10 € erm.
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Örtlicher Vorverkauf
Musikschule Ascheberg
Albert-Koch-Straße 6
fon: 02593 951051
Adresse
Schloss Westerwinkel
Horn-Westerwinkel 1
59387 Ascheberg
Anfahrt »

PROGRAMM
Eugène Bozza (1905–1991): Trois pièces pour une musique de nuit
Marcel Bitsch (1921–2011): Divertissement
Wolfgang A. Mozart (1756–1791): Adagio und Allegro für mechanische Orgel f-Moll,
KV 594
Leoš Janácek (1854–1928): Drei Mährische Tänze
Joseph Lauber (1864–1952): Quatre Intermezzi pour flûte, cor anglais, clarinette et basson
Mátyás Seiber (1905–1960): Easy Dances

In Kooperation mit den Schlosskonzerten Westerwinkel
der Musikschule Ascheberg e.V. | www.musikschule-ascheberg.de



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